Wanderrudern Frühjahr 2016

Wanderrudern bedeutet doch für die Einen, endlich einmal wieder länger als die üblichen 8 oder 10 km über den eigenen See zu pullen, für die Anderen, vom Trainings- in den Wanderrhythmus „runter zu kommen“. Für Dagmar, Myriam, Ulla, Sabine, Jürgen und Bert war weder das eine noch das andere ein Problem - sondern viel mehr Spaß pur!

Die schier unendlichen Rudermöglichkeiten rund um Brandenburg auf der Havel und den verschiedenen Seen hatten wir (beziehungsweise Ulla) ausgeguckt. Wetter.com war nicht so optimistisch, doch unerschrocken, wie wir schon sind, stachen wir nach der ersten Übernachtung auf der sehr schön gelegenen Anlage des RC Plaue, zu DDR-Zeiten Jugend-Leistungsförderzentrum, in den Plauer See. Die ersten Schaumkronen umschifften wir gekonnt und Dagmar behielt am Steuer auch gute Nerven, als die Wellenberge uns am Havelzufluss zu einer wuchtigen Berg- und Talfahrt zwangen. Die Strömung der Havel gegen sechs Windstärken ließen uns auf dem See fröhlich tanzen, bevor wir nach leichter Schöpfarbeit die Stadt Brandenburg in ruhiger Flussfahrt umrundeten.

Dann der Beetzsee: Eine Woche zuvor noch Schauplatz eines beeindruckenden EM-Sieges des Deutschland-Achtes bei ruppigem Ostwind. Uns blies er von Nordwest, so dass wir die seit 1969 bestehende Regattastrecke ehrfürchtig, aber von Wellen unbehelligt gegen die Fahrtrichtung Richtung Campingplatz Flachsberg durchruderten. Landdienst Jürgen hatte dort die Zelte bereits aufgestellt und eine kleine Holzhütte als Schutz vor Wind und Wetter gebunkert. Die Nacht war gesichert.

Auf dem Rückweg am Tag zwei machten wir „in Kultur“, durchfuhren abermals die Regattastrecke (diesmal in Rennrichtung) und parkten unser Gig-Boot beim RC Havel, um von dort Dom und Altstadt Brandenburgs mit ihrer wechselvollen Geschichte zu erkunden. Unser Quartier bezogen wir beim SV Kloster Lehnin, Sektion Rudern – ein urgemütlicher Verein, ganz auf Jugend- und Wanderrudern ausgerichtet, ebenfalls mit einem großzügigen Gelände ausgestattet – und einem Vorsitzendem, der von vielen Touren erzählen konnte.

Auf dem Rückmarsch Richtung Plaue wählten wir den Silokanal und ersparten uns damit eine erneute Berg- und Taltour an der Havelausfahrt. Wind- und Wetterbedingt wurden es „nur“ 70 Kilometer, aber wie rechnet man eigentlich Spaß und Kultur in Kilometer um? – Eine begeisternde Fahrt einer starken Truppe. Wir freuen uns auf die nächste!